Arabisch-nordafrikanische Küche Besonders die viele Jahrhunderte alten Handelsbeziehungen mit Indien und anderen Regionen Südostasiens brachten die Araber viel früher als die Europäer in den Genuss "exotischer" Gewürze, und es waren die Araber, die über Jahrhunderte den Handel mit Gewürzen zwischen Asien und Europa beherrschten. So entstand im Laufe der Jahrhunderte mit der Fülle der Gewürze eine äußerst bekömmliche, schmackhafte und wohlriechende Küche, deren Gerichte mit ihren exotischen Aromen und bunten Farben verführerisch alle Sinne betören. Ein geschmackvoller äußerer Rahmen bei Tisch fördert zusätzlich das Wohlempfinden.
Die Nomadenvölker des vorderen Orients lebten früher überwiegend vom Fleisch ihrer Herdentiere. Getrocknete, im heißen Wüstenklima lange haltbare Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen sowie das Brot der Wüste, die Datteln, ergänzten den Speiseplan. Zusammen mit den Gewürzen aus Indien und Südostasien wurde daraus im Laufe der Zeit eine vielfältige Küche, die heute besonders durch verschiedene Gemüsesorten aus den Oasentälern der großen Flüsse äußerst abwechslungsreich ist. Lediglich die strengen Gesetze der islamischen Religion sezten der Vielfalt durch das Verbot von Schweinefleisch oder Alkohol gewisse Grenzen.
Traditionell wird zu allen arabischen Gerichten Brot gereicht. Da man in den arabischen Ländern traditionell mit den Fingern isst, dient das Brot nicht nur zur Sättigung, sondern auch als Besteck. Mit ihm greift man die Speisen, tunkt Soßen auf und wischt am Ende den Teller leer.
Weizen ist nicht nur Basisgetreide für Brot; er ist auch die Grundlage für eines der bekanntesten Gerichte Nordafrikas, den Couscous.
Nachspeisen und Süßigkeiten in der arabischen Welt sind in der Regel extrem süß. Sie werden aus Nüssen, Mandeln, getrockneten Früchten und Honig hergestellt. Aus der Türkei stammt die beliebte Süßspeise Baklava.
In allen arabisch-islamischen Ländern gilt bei Speisen und Getränken halal . Das Wort bezeichnet lt. Wikipedia im Islam alles, was nach islamischem Recht erlaubt oder zulässig ist. Die Speisevorschriften sind im Koran und in der Sunna
geregelt. Grundsätzlich gilt, dass alle Speisen erlaubt sind, außer
solche, die ausdrücklich bzw. eindeutig verboten wurden. Einem Muslim
ist der Genuss von Alkohol und von Blut verboten. Es dürfen nur Tiere
gegessen werden, die geschlachtet wurden und nicht verendet sind.
Ferner ist nichtgeschlachtetes Tier auch dann erlaubt, wenn es von
eigens dafür abgerichteten Jagdtieren erlegt wird, jedoch nicht von
wilden Raubtieren unbekannter Herkunft und Gesundheit. Verboten sind
auch Opfertiere fremder Religionen.
Marokko
geht seit mehreren Jahrhunderten bezüglich der Küche und Essgewohnheiten einen eher eigenständigen Weg. Die Nähe zu Europa - an der Meerenge von Gibraltar sind es nur ca. 15 km - und die einige Jahrhunderte dauernde Nachbarschaft zu christlich-europäischen Völkern während der Maurenherrschaft auf der iberischen Halbinsel führten zu einer gegenseitigen Durchdringung, die nur durch die religiösen Essensgebote des Islam gebremst wurde. So hat die Küche Marokkos verschiedene Facetten, zunächst geprägt von den Einflüssen der Berber im Süden, dann von den arabischen Eroberern und Einwanderern, später zunehmend durch das christliche Spanien im Norden und immer durch die Nähe des Meeres im Norden und Westen. Auch die französische Besatzung hinterließ angenehme kulinarische Spuren. Einige Besonderheiten und Spezialitäten werden nachfolgend dargestellt.
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